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Casting-Show

Nora sucht den Super-Babysitter. Nach einem strengen Auswahlverfahren werden derzeit tausende von Bewerbern in einem Assessment-Ccenter beobachetet, befragt und getestet. Um in meine Betreuungs-Crew hineinzukommen, haben nur die besten der Besten eine Chance.

Bildergalerie – Einladung zum Recall

Die hier haben  es immerhin schon in die nächste Runde geschafft. 

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Mein Name ist Nora

Meine Eltern haben mir den Namen Nora verpasst. Tja, was soll ich dazu sagen? Mich hat man ja mal wieder nicht gefragt. Laut Wikipedia-Eintrag ist das ein altprovenzialischer (früher in Südfrankreich gesprocher) Begriff für Licht und die Abkürzung für Elenore. Später wurde im Zuge der Christianisierung ein "Gottes Licht" daraus.

Ich habe allerdings erstmal beschlossen, mich auf meine Aufgabe als Licht zu konzentrieren. Eine anspruchsvolle Aufgabe, finde ich. Für diese Aufgabe brauche ich deswegen auch viel Licht um mich herum und kann des gar nicht leiden, wenn Papi und Mami immer abends das Licht im Zimmer ausschalten. Ich habe es halt gerne hell um mich herum.

Auf den Namen Nora haben sich meine Eltern schon ein halbes Jahr vorher geeinigt. Er gefiel beiden sofort prima und auf der berühmten Namensliste der beiden rutschten alle anderen Einträge irgendwann immer weiter nach unten. Papi hat mir übrigens geflüstert, dass er bei dem Namen Nora auch ein wenig an die Sängerin Norah Jones und an die Schauspielerin  Nora Tschirrner gedacht hat. Die beiden gefallen ihm wohl ganz gut.

Aber habe ich Euch schon von meinem größten Fan erzählt?

Nora Plakette
Ich finde die Kette als Möglichkeit der Sympathie-Bekundung sehr angemessen. Mir sind die beiden auch gleich sympathisch gewesen. Hm, gut, sagen wir bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich mitbekommen habe, dass die zwei auch Musik machen. Ich hoffe, ihr versteht, dass ich daraus meine Konsequenzen ziehen musste: Guckst du hier.

Übringens habe ich noch einen Zweitvornamen: Andrea. Das ist so ein kleines Familienritual bei Mamis Verwandschaft. Die Kinder bekommen immer den Namen der Mami bzw. des Papis als Zweitnamen. So heißt meine Mami eigentlich auch Andrea Ingrid Haug. Eine schöne Idee, finde ich. Und falls ich mal den Namen meiner Mami vergesse, brauche ich nur in meine Geburtsurkunde nachschauen. 

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Ich will hier raus

Am 25. Januar 2007 war es soweit, mir reichte es endgültig. Während meine Eltern am Abend erst lecker Essengehen waren und sich anschließend auch noch frech mit Andi und Katrin im Kino bei dem Film “Streben nach Glück” allerlei visuellen und auditiven Reizen hingegeben haben, lag ich hier im dunklen und vor allem engen Bauch meiner Mami und langweilte mich mal wieder.  Meine “Ich-box-heraus-und-Mami-boxt zurück”-Versuchsreihe war abgeschlossen und auch das Schluckauf-Spiel war eigentlich nur etwas für  Winzlinge. Ich dagegen beschloss an diesem Abend, von nun mein Leben selbst in die Hand zu nehmen und den Weg raus in die große weite Welt auf mich zu nehmen.

Mein Plan ging auf: Beim geschickten frühmorgendlichen Boxen fand ich endlich den Badewannenstöpsel in Mamis Bauch und sie fing langsam an auszulaufen. Zwanzig Minuten später waren wir im Hildegardis-Krankenhaus und die Leute dort, lauschten erstmal, was so alles bei mir los wäre.

CTG

Es war natürlich alles in Ordnung. Hätte ich ihnen auch gleich sagen könne.

Ich meditierte dann noch ein wenig und hatte gerade so etwas wie ein wenig Muffesausen in mir wahrgenommen, ob ich den Weg nach draußen wirklich schon heute gehen sollte, da wurde ich mit Drogen gelockt. Jawoll, ich wurde angefixt und wollte dann natürlich mehr, vieeel mehr.

Der Wehencocktail:

Irgendso ein Arzt dort meinte, wir könnten mit einem kleinen Wehencocktail “die Sache” ein wenig beschleunigen. Mami stimmte zu und bekam einen ca. dreiviertel Liter-Superdrink serviert.

wehencocktail

Wie auf dem Bild schon zu erahnen ist, kam der Drink gut an. Meiner Mutter berichtete dann von leichten “Kreislaufschwierigkeiten” und “Gleichgewichtsschwankungen” und wurde dann auch noch ziemlich rot im Gesicht. Später haben wir dann erfahren, dass die Schwester einen ganzen Piccolo hineingemischt haben. Wow, der zog rein! Mami war ja 9 Monate auf Entzug, von mir ganz zu schweigen.

Die Wehen beginnen:So am frühen Mittag, gelockt und gelockert durch den Cocktail, habe ich mir ein Herz gefasst und wollte nun endlich raus. Allerdings war erstmal der Ausgang noch zu und ich musste mir meinen Weg mühsam durchkämpfen. Meine Mutter fand das auch nicht gerade angenehm. Am Anfang dachte ich noch, Ihre Rufe wären als so eine Art Willkommensgruß an mich gerichtet, war aber gar nicht so.

Wehen setzen ein

Dann ging die Party aber richtig los. Nach zwei langen Stunden hin und her presste ich mich dann doch durch den winzigen Ausgang durch. Ich war danach ganz schön k.o, sage ich euch. Das mache ich so schnell nicht nochmal mit. Aber es hat sich gelohnt. Endlich war ich ganz nah am Puls des Lebens. Alles so schön bunt hier.

Ich habe dann erst mal eine Runde gepennt:

schlafen1

und dann gleich noch eine Runde:

schlafen2

Vielleicht fragt Ihr Euch auch, wo denn der Papi die ganze Zeit war. Mir ging das auf jeden Fall so. Aber es dauerte nicht lange, dass ich ihn endlich auch mal so richtig kennenlernen konnte.

papi

Seit ich ihn kenne, hat er übrigens dieses übermüdete Grinsen drauf. Bin mal gespannt, wie lange er das durchhält, ich habe da schon einen Plan…

Später hat mir mein Vater dann noch erzählt, dass für ihn die Geburt auch ganz schön hart gewesen sein muss. Sobald Mamis Wehen begonnen hatten, hat mein Papi nämlich Pippi in die Augen bekommen und musste das dann die ganze Zeit wegwischen. Er wollte nämlich nicht, dass die Mami davon viel mitbekommt. Zwischendrin mussten ihn sogar mal die Hebamme trösten und und in die Arme nehmen. So ein Weichei aber auch. Männer!! Er schwört aber, dass er Mami bei der ganzen Aktion trotzdem ganz gut unterstützen konnte und sie tatsächlich ganz schön froh war, dass er bei meinem Wanderschaft nach draußen mit dabei war. Wer’s glaubt.
Anschließend haben meine Eltern und ich so ein “Rooming in” durchgezogen. Papi hat sich mit Mami in ein Zimmer in dem großen Haus eingeschlossen und sie haben erst drei Tage später wieder die Tür aufgemacht. Soll wohl so ein gemeinsames “Aneinandergewöhnen” sein. Hin und wieder hat jemand Essen gebracht oder irgendwelche Untersuchungen an uns vorgenommen. Die liefen übrigens alle super. Ich habe dann auch mein erstes Armbändchen in rosa bekommen und mein erstes Wohnungstürschild:

armband

t</p

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Das bin ich

Das Foto hat Papi von mir gemacht:

nora

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Mein Herz schlägt

Kurz vor der Geburt hat das CTG-Gerät meine Herztöne über einen Lautsprecher für alle hörbar gemacht. Papi hat sie mit seinem Pocket-PC aufgenommen: Herztöne

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