Klar, ohne Baby-Schwimmen wäre meine körperliche und geistige Ertüchtigung nachhaltig beeinträchtigt. Das meinen auf jeden Fall meine beiden Schwimmhechte. Klar auch, Papi mit seinem elitären Seepferdchen-Abzeichen möchte, dass ich in seine Schwimmflossen trete und wie er auch eine erfolgreiche Schwimmkarriere antrete. Und klar, mich hat mal wieder keiner gefragt.
Und so gibt es zur Zeit jeden Mittwochnachmittag mit 6-7 anderen Neu-Einsteigern plus beachtlichen Anhang eine lustige Plansch-Aktion.
Hier unterhalte ich mich gerade mit einem kleinen hier wohl wohnenden roten Fisch und frage ihn, wie er es denn tatsächlich schafft, bei dem Wellengang nicht andauernd seekrank zu sein. Leider antwortet er ignorierenderweise nicht, sondern schwimmt die ganze Zeit mit dem Bauch nach oben im Becken.
Aber nette Konversationen sind sowieso nicht gerade erwünscht. Also drehe ich weiter fleissig meine Runden und übe mich im Kraulen. Und lächle dabei immer recht artig.
und hier als Premiere für mein Weblog: Mein erstes Video
Jetzt, wo ich doch recht groß geworden bin, reicht natürlich demnächst meine bisherige Wiege als Übernachtungsstätte nicht mehr. Derzeit suchen Mami und Papi nach Alternativen. Ich darf dabei großzügigerweise mittesten.
Aber von mir aus können wir die Sucherei beenden. Diese Wäschekiste ist opitmal. Ist kuschelig weich und ich habe von dort aus alles im Griff.
Es wurde Zeit für weitere Entdeckungsreisen. Als neue Destination suchten meine beiden Bevollmächtigten diesmal einen ganz besonderen Ort auf diesem Planeten aus: Die schwäbische Alb. In diesem Ort namens "Hausen ob der Urspring" nähe Ulm gibt es ganz viele unterschiedliche Einwohner. Die mit Abstand am häufigsten vorkommenden Bewohner sehen so aus:
Wegen denen waren wir aber glücklicherweise nicht dort. Vielmehr lag es daran, dass meine Mami etwas für ihre Kommunikations- und Beratungskompetenzen mir gegenüber tun wollte und eine weitere Intensivwoche Ihrer Weiterbildung zur systemischen Beraterin anstand.
Allerdings habe ich nicht wirklich ganz verstanden, was sie dort gemacht haben, weil die Leute die ganze Zeit eigentlich nur dasaßen und irgendetwas herumgequatscht haben. Das sah jetzt nicht wirklich anstrengend aus.
Ich fands auf jeden Fall ganz cool, da ich deswegen eine ganze Woche meinen mitgereisten Papi als exklusiven Alleinunterhalter an meiner Seite hatte. Während Mami stundenlang nur herumsitzen durfte, sind wir beide ausgiebig spazieren gegangen, haben das Bewegungs- und Kommunikationsverhalten der Kühe und Pferde beobachtet und waren ausgiebig auf dem dorfeigenen Spielplatz.
Papi erzählte mir dann hin wieder einen von seinen berüchtigten Witzen, wie so oft verbunden mit einer subtilen moralischen Botschaft:
"Warum weinst du denn?", fragt die Mutter ihr Kind…
…"Papa hat sich mit dem Hammer auf den Finger gehauen."…
…"Aber da brauchst du doch nicht weinen", sagt die Mutter….
Klar, meine beiden Produzenten können nichts dafür, aber hin und wieder ist echt langweilig, immer nur auf ihrem Arm zu sitzen. Küsschen hier, Küsschen da bringt mich intellektuell kein bisschen weiter. Glücklicherweise konnte ich erfolgreich auf den Erwerb einer halbautomatischen Klapper- und Bewegmaschine drängen.
Da bin ich wenigestens für ein paar Minuten mal die beiden los und kann meine Feinmotorik- und Bewegungskausalitätsstudien fortsetzen. Papi wundert sich dabei immer, warum ich so auf dieses bunte Plastikmaterial abfahre. Mami hat dafür aber vollstes Verständnis und grinst und sieht ihre eigene Plaste-Affinität in guten Händen.
Große Persönlichkeiten zeichnen sich durch große Gesten aus. In diesem Sinne habe ich mir überlegt, alle unsere Nachbarn in unserem Haus zu einem sonntagnachmittaglichen Kaffeetrinken einzuladen und ihnen ein wenig über mein Leben und Wirken zu berichten. Gespannt haben Sie mir zugehört und sich dabei auch wichtige Verhaltenstipps im Umgang mit meinen manchmal ja schwierigen Eltern abgeholt. Ein voller Erfolg, so dass ich jetzt ernsthaft überlege, daraus eine kleine Veranstaltungsreihe dazu anzubieten.